Zyklusyoga vs. Hormonyoga – Was ist der Unterschied?

Der Menstruationszyklus findet auch im Yoga immer mehr Beachtung. Hormonyoga ist schon lange etabliert und immer mehr Formen des Yogas für den weiblichen Körper entstehen. Doch viele fragen sich: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Zyklusyoga und Hormonyoga?

Beide Yogaformen stärken das Wohlbefinden und unterstützen hormonelle Prozesse, aber sie verfolgen unterschiedliche Ziele und eignen sich für unterschiedliche Bedürfnisse.

In diesem Artikel erfährst du, was beide Methoden ausmacht, wem sie helfen und wie du erkennst, welche Praxis zu dir passt.

Hormonyoga

Hormonyoga nach Dinah Rodrigues ist eine therapeutische Methode, die entwickelt wurde, um das weibliche Hormonsystem gezielt zu stimulieren.
Es folgt einem klaren Konzept mit spezifischen Techniken aus dem Hatha sowie Kundalini Yoga:

  • einer festen Übungsreihe (klassisch 14 Übungen)
  • dynamischen Bewegungen
  • intensiver Atmung (insbesondere Bhastrika und Ujjayi)
  • Energielenkung (Bandhas)

Ziel ist es, hormonelle Beschwerden zu lindern – wie etwa PMS, Wechseljahresbeschwerden, Zyklusunregelmäßigkeiten oder reduzierte Vitalität durch hormonelle Schwankungen.

Hormonyoga ist daher nicht einfach ein Yogastil, sondern eine gezielte Intervention, die therapeutisch wirken kann. Lies mehr in meinem Blogbeitrag „Mit Hormonyoga in die hormonelle Balance

Zyklusyoga

Zyklusyoga ist eine individuelle Yogaform, die die natürlichen hormonellen Schwankungen innerhalb des Monatszyklus berücksichtigt. Es gibt kein festes Konzept, keine starre Reihenfolge, keine therapeutische Methodik – sondern eine achtsame Anpassung an die vier Zyklusphasen.
Ziele von Zyklusyoga:

  • zyklusbewusst leben
  • die eigene Energie über den Monat besser nutzen
  • Stress reduzieren
  • die Gesundheit langfristig unterstützen
  • die Praxis flexibel an die körperlichen Bedürfnisse anpassen

Zyklusyoga ist intuitiv, flexibel und richtet sich jeden Tag nach deinem aktuellen Befinden.
Es unterstützt dich dabei, deinen Körper besser zu verstehen und achtsamer mit dir umzugehen.

Zielgruppe

Die Zielgruppe bei Hormonyoga

  • Frauen mit konkreten hormonellen Beschwerden
  • Frauen in den Wechseljahren
  • Frauen mit Kinderwunsch
  • Frauen, die gezielt ihre Hormonproduktion aktivieren möchten
  • Menschen, die ein klar strukturiertes Programm bevorzugen

Hormonyoga ist eher interventionsorientiert. Es richtet sich an Frauen, die verändern, stimulieren oder regulieren möchten. Bei dieser therapeutischen Form des Yogas gibt es Kontraindikationen – es sollte nicht praktiziert werden bei Endometriose, Bluthochdruck, hormonabhängigen Tumorerkrankungen, direkt nach Operationen oder bei einer Schilddrüsenüberfunktion)

Die Zielgruppe bei Zyklusyoga

  • Frauen, die zyklusbewusst leben möchten
  • Frauen, die ihren Alltag und ihre Praxis an ihre innere Natur anpassen möchten
  • Frauen, die ihre körperlichen Bedürfnisse ernst nehmen
  • Alle, die eine individuelle und sanfte Form der Selbstfürsorge suchen

Zyklusyoga richtet sich an Frauen, die die Gesundheit erhalten, statt Beschwerden therapieren möchten. Es ist präventiv, individuell und intuitiv. Zyklusyoga kann auch praktiziert werden, wenn die für Hormonyoga genannten Kontraindikationen zutreffen.

Wie unterscheidet sich die Praxis?

Hormonyoga: Eine klare Übungsreihe, die auf Wiederholung beruht

Hormonyoga besteht aus 14 festgelegten Übungen und folgt immer derselben Reihenfolge.

In dieser Übungsreihe werden energetisches Hatha-Yoga, Kundalini-Yoga und tibetische Energetisierungstechniken kombiniert und der Energiekörper nachhaltiger bearbeitet.

Hier steht die Stimulation der hormonproduzierenden Drüsen im Mittelpunkt, nicht die Anpassung an Tagesform oder Zyklusphase. Es sollte regelmäßig ausgeführt werden (ideal: täglich oder mehrmals pro Woche).

Zyklusyoga: Individuell, flexibel, intuitiv

Zyklusyoga kann jeden Tag anders aussehen. Es lebt von Vielfalt statt fester Reihenfolge und richtet sich nach dem täglichen Empfinden. Intensität, Atmung und Fokus werden an das Energielevel, die Stimmung und die Zyklusphase angepasst. Es können sowohl sanfte oder auch aktive Praktiken, je nach Bedarf, genutzt werden.

Beispiele:

  • Menstruation → sanfte Hüftöffner, Restorative Yoga
  • Follikelphase → aktivierende, neugierige Praxis
  • Ovulationsphase → kraftvolle Flows
  • Lutealphase → je nach Befinden ausgleichend oder beruhigend

Die Praxis ist ein Spiegel der inneren Veränderungen – nicht ein externes Programm.

Zyklusyoga würdest du eher für dich zuhause praktizieren als in einem Gruppenkurs, in dem deine individuellen Bedürfnisse an dem spezifischen Zyklustag nicht berücksichtigt werden könnten, wohingegen Hormonyoga immer die gleiche Praxis ist und sich gut für Gruppenkurse eignet.

Gemeinsamkeiten – wo sich beide Methoden begegnen

Trotz ihrer Unterschiede teilen beide Yogaformen wichtige Qualitäten:

  • Stärkung des Körperbewusstseins
  • Reduktion von Stress
  • Unterstützung des Hormonsystems
  • Verbesserung der emotionalen Balance
  • Förderung von Wohlbefinden und innerer Stabilität

Beide Ansätze können sich ergänzen, jedoch nicht ersetzen.

Welche Methode ist für dich die richtige?

Hormonyoga passt zu dir, wenn…
…du aktive Unterstützung zur Linderung konkreter Beschwerden suchst.
…du gerne mit festen Strukturen arbeitest.
…du eine therapeutische Methode bevorzugst.

Zyklusyoga passt zu dir, wenn…
…du zyklusbewusst leben möchtest.
…du deine Praxis intuitiv an deine Bedürfnisse anpassen willst.
…du deine Gesundheit langfristig stärken möchtest.

Fazit

Hormonyoga und Zyklusyoga sind zwei kraftvolle Wege – aber mit unterschiedlichen Absichten:

  • Hormonyoga ist therapeutisch, strukturiert und richtet sich an Frauen mit konkreten hormonellen Beschwerden.
  • Zyklusyoga ist individuell, flexibel und unterstützt langfristige Gesundheit und zyklusgerechtes Leben.

Beide Methoden sind wertvoll – und sie helfen dir auf unterschiedliche Weise, wieder mehr mit dir und deinem Körper verbunden zu sein.

*Zur Vereinfachung spreche ich in diesem Beitrag von „Frauen“ – gemeint sind alle menstruierenden Menschen, unabhängig von Geschlechtsidentität oder -ausdruck. 💛

Kategorie

Yoga